Kunst– frisch auf den Tisch oder:
Mein erster Besuch im Restaurant Baumann
Die Kolumne unter der Rubrik ,,Lokaltermin” von Kerstin Möller
in der
hiesigen Tagespresse gehört zu meiner liebsten Lektüre.
Als Jungmann von 23 Jahren interessierte ich mich für
hochwertige Weine-
und zu tollen Weinen gehört das entsprechende Essen.
Mit Freunden war ich damals, vor 20 Jahren,
regelmäßig auf Entdeckungstour zu
interessanten Restaurants in Nürnberg und Umland.
Deshalb sprach mich der Artikel
,,Kunst- frisch auf den Tisch” von Frau Möller positiv an.
Als dann das Gourmetmagazin ,,VIF” in der Hitliste
der 100 besten
Restaurants Deutschlands (!) im Jahre 1983
das Restaurant Baumann im Hotel Baumann mit
einer hervorragenden Bewertung
von 18 von 20 möglichen Punkten unter die 15 besten Lokale
einstufte, mußte dieses Restaurant umgehend erforscht werden.
Damals natürlich noch etwas schüchtern und
in Restaurantbesuchen der gehobenen
Kategorie noch etwas unerfahren, betraten wir an
einem Novemberabend die ,,heiligen Gourmethallen”.
Von der charmanten Dame des Hauses wurden
wir zu unserem Tisch geleitet.
Neugierig ließen wir dabei ersteinmal die
Blicke schweifen. Der Raum mit seinen
champagnerfarbenen Tapeten und
Rio-Palisander-Vertäfelungen
strahlte gediegene
Atmosphäre aus. Edel eingedeckte
Tische verhießen gehobene Tischkultur.
Doch was wir an den Wänden erblickten,
konnten wir kaum glauben: Originale von
Picasso, Munch, Liebermann und
Toulouse-Lautrec strahlten uns von
allen Seiten an (eine einmalige Leihgabe eines
sehr guten Freundes und Kunstsammlers der Familie Baumann).
Unsere Aufmerksamkeit richtete sich nun aber
wieder der Dame des Hauses zu, die
uns die Speisekarten überreichte und uns
nach unserem Aperitif-Wunsch befragte.
Wenig später perlte Champagne Laurent-Perrier
in unseren Gläsern – kunstvoll am Tisch
aus der Magnumflasche serviert.
Die Speisenauswahl war schnell getroffen;
alle einigten sich auf das Tagesmenü,
das an diesen Abend mit-
Menu du Jour
Kleinem Gruß aus der Küche
*
Hausgebeiztem schottischen Wildlachs
*
Fränkischen Bachkrebsen und Fines de Claire-Austern
unter der Blätterteighaube auf Beurre blanc
*
Fasanenbrust an Gänselebersauce
mit Champagnerkraut und Birnen
*
Auswahl gereifter Rohmilchkäse vom Brett
*
Hausgemachtem Tannenhonigeis mit Lebkuchensoufflé
und Merlotfeige...
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